Leben mit ME/CFS

ME/CFS bei Kindern und Jugendlichen

Zuletzt redaktionell geprüft: Juli 2026

ME/CFS betrifft nicht nur Erwachsene. Auch Kinder und Jugendliche können erkranken. Dieser Artikel gibt einen bewusst zurückhaltenden Überblick über das, was zu dieser Altersgruppe gesichert benannt werden kann.

Wie viele Kinder und Jugendliche betroffen sind

Für Deutschland wird geschätzt, dass vor der Corona-Pandemie etwa 40.000 Kinder und Jugendliche an ME/CFS erkrankt waren. Diese Zahl ist eine Schätzung und Teil der insgesamt rund 250.000 vorpandemisch angenommenen Betroffenen.

Auffällig ist zudem, dass einer der beiden Altersgipfel für den Beginn der Erkrankung im Bereich von 10 bis 19 Jahren liegt. ME/CFS kann also gerade in einer Lebensphase auftreten, die von Schule, Ausbildung und Entwicklung geprägt ist.

Gleiche Kardinalsymptome wie bei Erwachsenen

Bei Kindern und Jugendlichen zeigt sich ME/CFS mit denselben Kardinalsymptomen wie bei Erwachsenen. Im Zentrum steht die Post-Exertionelle Malaise, also die oft zeitverzögerte, unverhältnismäßige Verschlechterung der Symptome nach körperlicher, geistiger oder emotionaler Belastung.

Weitere Kernsymptome sind unter anderem:

  • schwere Fatigue, die durch Ruhe kaum besser wird
  • nicht erholsamer Schlaf
  • kognitive Störungen wie Konzentrations-, Wortfindungs- und Gedächtnisprobleme (“brain fog”)
  • Kreislaufbeschwerden im Stehen (orthostatische Intoleranz)

Einen ausführlichen Überblick bietet unser Artikel zum Symptom-Überblick.

PEM ernst nehmen

Auch bei jungen Menschen gilt: Belastung über die individuelle Grenze hinaus kann einen Crash auslösen. Ein Verständnis für die Post-Exertionelle Malaise ist deshalb in Schule und Familie besonders wichtig.

Eine spezialisierte Anlaufstelle für junge Menschen

Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gibt es in Deutschland eine eigene spezialisierte Einrichtung: das Münchner Chronische Fatigue Centrum für junge Menschen (MCFC). Es ist auf diese Altersgruppe ausgerichtet und entstand in Kooperation der München Klinik und des TUM Klinikums unter der Leitung von Prof. Dr. Uta Behrends.

Damit besteht ein Angebot, das die besonderen Bedürfnisse junger Betroffener in den Blick nimmt. Aufgrund begrenzter Kapazitäten richtet sich das Zentrum in erster Linie an junge Menschen aus seiner Region.

Wo Familien Unterstützung finden

Neben dem MCFC helfen Selbsthilfe- und Fachorganisationen bei Fragen rund um Diagnose, Alltag und Versorgung weiter. Eine Übersicht verifizierter Anlaufstellen findest du auf unserer Seite Hilfe und Anlaufstellen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn der Verdacht auf ME/CFS besteht, sprich mit einer Kinderärztin oder einem Kinderarzt.

Quellen