Ursachen und Auslöser von ME/CFS
Wie entsteht ME/CFS? Diese Frage lässt sich bis heute nicht vollständig beantworten. Bekannt ist, dass die Erkrankung häufig nach einer Infektion beginnt. Die genauen biologischen Ursachen sind jedoch nicht abschließend geklärt. Dieser Text trennt bewusst zwischen dem, was gesichert ist, und dem, was noch erforscht wird.
Häufig ein Auslöser nach einer Infektion
In vielen Fällen tritt ME/CFS nach einem Infekt auf. Fachleute sprechen von einem postinfektiösen Geschehen, also von einer Erkrankung, die im Anschluss an eine Infektion entsteht.
Als bekannte Auslöser gelten unter anderem:
- das Epstein-Barr-Virus, der Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers
- Influenza (die echte Virusgrippe)
- SARS-CoV-2, das Coronavirus, das COVID-19 verursacht
Nicht jede Infektion führt zu ME/CFS, und nicht bei jeder betroffenen Person geht ein erkennbarer Infekt voraus. Der Zusammenhang mit SARS-CoV-2 hat in den letzten Jahren besondere Aufmerksamkeit bekommen. Mehr dazu steht im Beitrag zu ME/CFS und Long/Post-COVID.
Gesichert
ME/CFS beginnt häufig postinfektiös. Zu den bekannten Auslösern zählen das Epstein-Barr-Virus, Influenza und SARS-CoV-2.Die Ursache ist nicht abschließend geklärt
So klar der Zusammenhang mit vorausgehenden Infektionen in vielen Fällen ist, so wenig ist bislang verstanden, was im Körper genau geschieht und warum die Erkrankung anhält. Es gibt bis heute keinen einzelnen, bewiesenen Krankheitsmechanismus.
Das bedeutet nicht, dass ME/CFS unerklärlich wäre. Es bedeutet, dass die Forschung noch keine endgültige Antwort gefunden hat. Vieles deutet darauf hin, dass mehrere Systeme des Körpers beteiligt sind.
Diskutierte Mechanismen als Hypothesen
In der Forschung werden verschiedene Erklärungsansätze untersucht. Wichtig ist: Es handelt sich um Hypothesen und Teilbefunde, nicht um bewiesene Ursachen. Diskutiert werden unter anderem:
- eine Fehlregulation des Immunsystems
- Störungen des autonomen (vegetativen) Nervensystems, das etwa Kreislauf und Herzschlag steuert
- Auffälligkeiten der Blutgefäße und der Durchblutung
- Störungen des zellulären Energiestoffwechsels, also der Energiegewinnung in den Zellen
- hormonelle Einflüsse
- genetische Einflüsse
Diese Ansätze schließen sich nicht gegenseitig aus. Möglicherweise wirken mehrere Faktoren zusammen. Bis belastbare Beweise vorliegen, bleiben sie jedoch Gegenstand der Forschung.
Hypothese, nicht Beweis
Die hier genannten Mechanismen werden erforscht und diskutiert. Keiner davon ist bislang als alleinige Ursache von ME/CFS bewiesen.Was das für Betroffene bedeutet
Dass die Ursache nicht abschließend geklärt ist, hat unmittelbare Folgen für die Diagnose und die Behandlung. Weil kein einzelner Auslöser und kein eindeutiger Biomarker bekannt sind, gibt es keinen Labortest, der ME/CFS direkt nachweist. Die Diagnose stützt sich auf klinische Kriterien und den Ausschluss anderer Erkrankungen.
Auch bedeutet die ungeklärte Ursache, dass es bislang keine Behandlung gibt, die an der Wurzel der Erkrankung ansetzt. Umso wichtiger ist der bewusste Umgang mit den eigenen Kräften, wie ihn das Pacing beschreibt.
Wer verstehen möchte, was ME/CFS grundsätzlich ausmacht, findet dies unter Was ist ME/CFS. Das zentrale Kennzeichen der Erkrankung ist die Post-Exertionelle Malaise.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für ME/CFS: Was ist ME/CFS
- IQWiG / gesundheitsinformation.de: ME/CFS
- Charité Fatigue Centrum: cfc.charite.de